Monday, November 13, 2006

St. Petersburg

tjena!

am letzten Mittwoch um 18.00 Uhr legte unser Schiff (Viking-Line) von Stockholm
nach Torku ab. Mit dabei waren Flo & andere hier aus Lappis + diverse Studenten aus Lundt, Linköping, Janköping und Uppsalla. Insgesamt waren wir ungefähr 60 Leute, angeführt von dem Busfahrer und einer Betreuerin aus der KTH. Die Schiffsfahrt
war weniger spektakulär bzw. wir (Flo+2 Mädels, Bernie & Julia und ich) hielten uns mit dem feiern zurück, da man
am nächsten Tag schon recht früh (~7.00 finnischer Zeit) vom Schiff runter musste.
Dann stand uns noch eine ca. 13h Busfahrt bevor. Quer durch Finnland gings Richtung russischer Grenze. Dank äußerst eingeschränkter Beinfreiheit war die lange Fahrt nur bedingt angenehm. Angekommen an der finnischen Grenze gabs die erste Passkontrolle die recht flott ablief. Nach ca. 2km undefiniertem Land kamen wir zur russichen Grenzkontrolle die wie erwartet lange dauerte, aber auch ohne Komplikationen ablief (die Pässe wurden einfach nur länger angeschaut und wie unser Busfahrer immer so schön sagte: "The russians like stamps").
Das Wetter um uns rum wurde kälter je weiter man nach Osten kam. Wenige km nach der Grenze konnte man dann durch einen "Freund" des Busfahrers der mit einem Haufen Rubel den Bus betraht SEK oder € in Rubel umtauschen (zu einem nicht schlechten Kurs, 1€ = 33Rubel). Dann stand uns noch eine eher weniger angenehme Fahrt im Dunkeln bevor. Gut, ich bin da ja nicht so ein "Pienzchen", aber die Frauen hatten dann - teilweise zurecht - schon Panik wenn unser Busfahrer recht knappe Überholmanöver durchführte bei wirklich schlechter sicht.
Gegen 20.30 sind wir an unserem Hotel angekommen, welches - zumindest von außen und
von der Eingangshalle - einen schicken Eindruck machte (marmorisierter Boden etc.). Zudem sprachen alle an der Rezeption Englisch, was für die Leute auf der Straße in Russland ja total unüblich ist. Die Zimmer waren ok, enthalten im Hotel war ein sehr gediegenes Frühstücksbuffet mit Angestellten die auf Wunsch Omletts oder Pfannkuchen machten.

Am Abend sind wir dann zu viert ins Stadtzentrum von St. Petersburg mit der U-Bahn was sich schon als erstes Abenteuer endpuppte. Sämtliche U-Bahnlinien waren nur in Kyrillisch angegeben, was jedoch für Flo kein all zu großes Problem darstellte, da er die Bustaben halbwegs "entschlüssel" kann und wir somit zumindest den russichen Klang der Wörter/Namen erkennen konnten. Wir haben dann noch was in einem recht günstigen Lokal gegessen und wurden zwar zunächst nicht verstanden (mit Englisch) konnten dann aber doch klarmachen was wir wollten. Erstaunlicherweise (zumindest dachten wir da nicht weiter nach) wurden die Cocktails, die auf der Karte waren an diesem Abend nicht angeboten... aber dazu später mehr.

Freitag Morgen war dann nach einer kurzen Nacht um 9.00 Uhr der Beginn einer längeren Sightseeing Tour angesetzt. Der Busfahrer fuhr uns durch St. Petersburg während eine Russin die sehr gut Englisch sprach die verschiedenen Paläste/Kirchen/Gebäude/Statuen etc. näher erläuterte. St. Petersburg hat wohl mit die höchste Palast/Kirchendichte der Welt, was ich durchaus bestätigen kann. Bei all dem Prunk und den ganzen mächtigen Gebäuden/Statuen kam man aus dem Staunen nicht mehr raus.
Gleichzeitig war es für viele die erste Gelgenheit den russischen Straßenverkehr kennenzulernen. Gehupt wird ohne Ende, überholt wird innerorts bei Stau über die Gegenspur, Rücksicht nehmen ist ein Fremdwort...
kurzum: der Stärke gewinnt ^^ (d.h. 7er, S-Klasse vs. Lada).
Nach einigen Studen Busfahrt hatte man den Nachmittag/Abend zur freien Gestaltung zur Verfügung.
Wir besichtigten (nach 1h Anstehen bei unter 0°) den Winterpalast bzw. "The Hermitage"
in dem Gemälde aus diversen Epochen von diversen Künstlern (Rubens, Rembrandt, Da Vinci..) ausgestellt waren. Es hieß es würde wohl 11 Tage dauern um alles zu sehen, daher konnten wir an diesem einen Nachmittag uns lediglich eine Art Überblick verschaffen - trotzdem war es mehr als
beeindruckend wieviele KÜnstler da ausgestellt waren. Glücklicherweise konnte Bernadette (Bernie) uns einiges
zu den Epochen und zu den Gattungen der Bilder erzählen (vieles aus Kunst-LK, studiert Grafik-Design), so
dass man nicht ganz unwissend auf die Gemälde starren musste ^^.
Nach dem Museum haben wir noch ein paar Postkarten eingekauft und ein Buffet gegessen (mit mehr oder weniger
russisch traditionellen Gerichten). Am Abend waren wir in einer Bar nahe dem Hotel.
Eigentlich wars ganz gemütlich, jedoch stellten wir fest, dass Touristen wohl die günstigen
russichen Biere und generell die Cocktails einfach nicht verkauft werden. Stattdessen zeigte der Finger der Kellnerin (die so tat, als würde sie kein Englisch können, konnte sie aber dann doch irgendwie später) immer auf die teuren Importbiere, z.B. Holsten.. klar die Touristen habens ja, also kann man sie auch ausnehmen. Gut, prinzipiell verstehe ich, dass die so handeln - die wenigsten Russen genießen ja den Wohlstand den wir in D haben. Trotzdem
merkwürdig...

Am Samstag wurde nach wieder reichhaltigem Buffet in aller Herrgotts-Frühe Katharinas Palast (von Katharina I., nicht der großen) besichtigt. Der Palast liegt etwas außerhalb von St. Petersburg in Pushkin (hat man ja mal gehört), wobei ich immer noch nicht genau weiß ob das der Name eines Ortes oder was anderem ist. Auf dem Weg überquerten wir die ehemals deutsche Front, zu erkennen an noch stehen gelassener
Artillerie von früher. Deutschland habe St. Petersburg wohl für ca. 900 Tage belagert und die Bevölkerung ist auf Grund von Hunger etc. auf 1/3 zurückgegangen, trotzdem wurde die Stadt nicht eingenommen. Katharinas Palast ist von außen wie die meisten Paläste in St. Petersburg sehr prunkvoll. Die Fassade ist blau + gold angestrichen was verglichen zu den "sonstigen" Palästen "die man so gesehen" hat einen ganz anderen Eindruck verschafft. Vor dem Betreten des Palasts mussten wir erstmal durchleuchtet werden und Spanntücher über unsere Schuhe ziehen...
Die einzelnen Zimmer sind fast alle restauriert, da ja auch hier große Teile nach dem Krieg zerstört waren.
Ich glaube ich habe noch nie so viel mit Gold verzierte Räume hintereinander gesehen. Das meiste war
im Barock-Stil, wenige Räume, die später errichtet wurden waren aus der Zeit der Romantik und daher etwas schlichter.
In den Räumen gabs einige Bilder von Peter dem Großen und seiner Frau Katharina der 1. sowie der späterin Zarin
Katharina der Großen (die 2.). Das Highlight war das komplett restaurierte Bernsteinzimmer in dem eigentlich
keine Fotos gemacht werden durften. "Eigentlich", weil Flo es dann doch unbemerkt hinbekommen hat eins zu schießen ^^.
Ich weiß nicht wieviel kg da verbaut wurden, das muss aber ein Vermögen gekostet haben.
Der Nachmittag stand uns dann wieder frei. Wir 4 + Frida, unsere Betreuerin, nutzten die Zeit zum Besuch der "church of the spilled blood" . Von außen erinnert sie eher an ein Märchenschloss (siehe Foto). Innen war sie glaub ich
die bisher beeindruckenste Kirche die ich je gesehen habe. Wände und Decken sind mit riesigen Mosaikbildern (verschiedenen Szenen aus der Bibel, Jesu Geburt, Kreuzigung etc.) verziert. Auch hier wurde wieder alles tadellos restauriert
(So weit ich weiß wurde das ganze erst 1997 fertig). Danach gings noch in ein Kaffee wo wir ausnahmsweise mal
russische Preise genießen durften (24 Rubel ~ 70cent für einen Kakao). Abends beschlossen
wir kurzer Hand zu dritt (Julia und Frida wollten nicht mit) "zu versuchen" karten für das Opernstück "Figaro" zu bekommen.
Versuchen daher, da uns vorher der Busfahrer ein Angebot machte für 60€ pro Person (!!) Karten zu besorgen. Erstaunlicherweise kosteten aber die Karten als wir da waren und einen Studentenausweis vorzeigten nur 100 Rubel (~ 3€)! Scheinbar hat der Busfahrer da auch einen Deal laufen und weiß, dass mans ja mit unwissenden Touristen machen kann...
Jedenfalls hat sich der Besuch sehr gelohnt. Das Stück ist ebenfalls aus der Zeit des Barocks und dem entsprechend passte das bestens zu dem vorigen Besuch von Katharinas Palast ^^. Zwar war die 3,5h Vorführung in Italienisch (mit russichem Untertitel auf digitalen Tafeln) teilweise etwas langatmig und trotzdem waren Gesang und Orchester wirklich beeindruckend... sowie die Kleider der Frauen ^^ (ja, ich kling ja schon wie ne Frau, wenn ich zugebe dass mir
die Kleider gefielen :-). So gesehen war es ein guter Abschluss der Sightseeing-Tour.

Am Sonntag Morgen gings ja dann schon wieder auf zur Heimreise nach Stockholm... wieder 25h Fahrt mit Bus und Boot wobei wir diesmal ja 2h wieder zurückbekamen (wg. Zeitumstellung) und noch einen kurzen Stopp in Helsinki machten. Dieser war jedoch nur 1h, also gabs kaum Zeit was zu sehen, bzw. die wurde eher fürs Essen genutzt ^^.

Auf dem Schiff haben Flo und ich dann noch unsere... Taktik beim Roulette versucht (die uns jedoch Bernadette vorher Vorschlug) und so aus 24€ immerhin 87€ gemacht ^^. Also endete der Abend mit Cocktails an Deck...

Heute sind wir dann um 6.30 Uhr in Stockholm angekommen. Wir waren zwar ziemlich müde, ich war aber trotzdem heute morgen noch in einer Vorlesung von 8-10 Uhr :-D.

Abschließend muss ich sagen, dass St. Petersburg zwar von der einen Seite sehr schön ist, die Leute, der Verkehr und das Verhalten gegenüber uns "ungewollten" Touristen mich jedoch ziemlich abschreckte. Mein erster Besuch in Russland war ja Moskau mit Kathrins Eltern - überhaupt nicht hiermit zu vergleichen, da wir ja damals dauernd von echten Russen betreut, ich würde schon fast sagen beschützt wurden :-). Trotzdem ist St. Petersburg auf jeden Fall eine Reise wert...(mit einem russich-sprechenden Reiseführer, am besten einem Russen).
Wieviel Tage man da bräuchte um alle Museen, Kirchen und Paläste zu besichtigen will ich gar nicht wissen ^^
...und btw: drei Währungen im Portemonnaie zu haben kann ganz schön nervig sein ^^

Nastrovje!

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