Friday, October 20, 2006

Suburbs, Chocolate Festival

hej!

wie schon im vorigen Eintrag geschrieben beschäftigen wir uns im Moment mit den Vororten von Stockholm. In einem Seminar zum Swedish Culture & History Kurs wurden die Entstehung, Planung, Umsetzung der Vororte in den 50er-70er Jahren untersucht.
In den 50er Jahren wurde hier das 'Million Programme' verabschiedet, was die errichtung von 1 Millionen Wohungen innerhalb von etwa 10 Jahren vorsah. Es wurde desweiteren ein Plan zur Konstruktion der "satellites" (Vororte) ausgearbeitet. Vorgesehen waren 10-15k Einwohner pro Vorort mit Anschluss an das U-Bahn-Netz, eigener Industrie und eigenen Shopping-Centern, etc. Die Idee war also die Beschäftigung der Arbeitnehmer zu Dezentralisieren, so dass 50% in den Vororten beschäftigt werden. Zudem sollten ca. 70% in Hochhäusern bzw. Mehrfamilienhäusern untergebracht werden, 20% in Reihenhäuser und die restlichen 10% in Ein-Familien-Häusern.
Das Resultat: Die Wohnungen wurden gebaut, monoton, eng, ohne Rücksichtnahme auf den Fortschritt der regionalen Verkehrsmittel, etc. Zwar hatten in den 60er Jahren die meisten neugebauten Suburbs einen Bevölkerungspeak, jedoch zogen immer mehr Leute aus den Vororten aufgrund der unattraktiven Wohnlage, mehr zuzuiehnden Immigranten und "problem families" ab. Desweiteren funktionierte die angestrebte Dezentralisierung der Arbeitsplätze nicht. Durch die Stadtnähe fanden die meisten Arbeiter in Stockholm Arbeit, so dass gerade mal 1/4 in den Suburbs beschäftigt war. Ein großteil der
lokalen Shopping-Zentren, Post-Zentren etc. wurde von Frauen in Betrieb gehalten, die dort halbtags Arbeit fanden.
Heute leben ca. 10k in den Vororten, mit Ausländerquoten von 82% und 100% in den Schulen. "Der Schwede fühlt sich nicht wohl in dieser Umgebung" heißt es in den Artikeln die man dazu liest. Nachdem wir aber selbst diese angeblichen
Problemzohnen besucht haben, habe ich zumindest ein anderes Bild. Zwar sei die Kriminalität erhöht und die Arbeitslosigkeit hoch, aber was heißt denn das hier? Es heißt 8% Arbeitslose! Umfragen zu Folge sind die Leute in den Vororten nicht
unzufrieden. Schweden die dort wohnen schicken ihre Kinder in Schulen außerhalb, da sie sonst nicht mit "native Swedish speakern" aufwachsen würden. Dann wird noch die angebliche räumliche Isolation angesprochen. Ja, wie man auf dem Foto sehen kann ist nichts als Wald um diese Vororte, aber den Leuten - wie ich nachvollziehen kann -
gefällt das. Wer wünscht sich denn keine Waldnähe rundherum?
Ich kann als Fazit nur sagen: Selbst in den Gegenden mit den billigsten Wohnungen, der höchsten Kriminalität und Arbeitslosigkeit geht es einem hier noch gut! (Man vergleiche mal "schlechte" Gegenden in Deutschland... Berlin - Neu Köln oder Magdeburg etc.)

Ansonsten waren wir Sonntag im Nordiska Museet fürs Schokoladenfestival :D.
100SEK Eintritt war zwar recht happig, dafür konnte man bei sehr vielen Ständen (mit Schokolade aus der ganzen Welt) so viel Schokolade testen wie man wollte. Also eigentlich war der Magen nach einem Rundgang über die Stände voll :D...
...aber wenn man schonmal da ist will man ja mitnehmen was geht. Neben den standard Sorten die man so kennt gabs Fruchtschokolade, Schokolade mit Ingwer, mit Chili, Trüffel und und und :-) Leider ging das nur ein Wochenende - gibts aber wohl jedes Jahr. Absolutes muss für jeden Schokoladenesser ^^.
Zu dem Foto: links der Spanier, rechts der Deutsche - da sieht man mal wieder, die Spanier kommen mit dem Wetter hier gar nicht klar ;-)



cha!

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